Ein Belt Hold ist eine Formation der Candlestick-Chartanalyse, die aus einer einzelnen Kerze mit großem Körper besteht, deren Eröffnungskurs mit dem Extremwert der Handelsspanne zusammenfällt. Beim bullischen Belt Hold liegt die Eröffnung auf dem Tief, der Schluss deutlich darüber; beim bärischen Belt Hold liegt die Eröffnung auf dem Hoch. Nach klassischer Definition setzt die Einstufung eine gegenläufige vorausgegangene Bewegung voraus – die bullische Variante einen Abwärtstrend, die bärische einen Aufwärtstrend.
Der japanische Name yorikiri stammt aus dem Sumō und bezeichnet dort den Griff am Gürtel des Gegners, mit dem dieser aus dem Ring gedrängt wird. In die westliche Literatur gelangte die Formation über Steve Nisons Darstellung der japanischen Chartanalyse (1991), die zugleich Marubozu, Doji und die Sternformationen einführte.
Geometrisch ist der Belt Hold eine einseitige Einschränkung: Nur der Docht auf der Eröffnungsseite muss entfallen, während der Schluss einen Docht hinterlassen darf. Der Marubozu verlangt beide Seiten dochtlos und ist damit die strengere Bedingung; ein Marubozu erfüllt die Belt-Hold-Bedingung stets mit, umgekehrt gilt das nicht. Aus dieser Teilmengenbeziehung stammt auch die alternative Bezeichnung Opening Marubozu.
Die Schwellen sind Definitionskonventionen und keine Markteigenschaften. Der Mindestkörperanteil von 0,60 liegt bewusst unter dem des Marubozu (0,82) – bei gleicher Schwelle wäre der Belt Hold eine Teilmenge des Marubozu ohne eigenen Aussagegehalt. Der zulässige Eröffnungsdocht von 0,03 der Spanne ist eine Toleranz gegen Rundungs- und Tickeffekte, keine inhaltliche Lockerung.
Die überlieferte Definition verlangt zusätzlich eine Eröffnung mit Kurslücke in Richtung der bisherigen Bewegung: Der Kurs springt zunächst weiter in Trendrichtung und läuft dann für den Rest der Periode dagegen. Diese Bedingung ist an eine Sitzungsgrenze gebunden und in der Geometrie der Einzelkerze nicht enthalten; sie wird deshalb hier als Kontextbedingung geführt und nicht als Teil der Formkriterien.