Zum Inhalt springen
← Alle Formationen

Einzelkerzerichtungsoffen

Belt Hold

Die Kerze eröffnet auf ihrem eigenen Extrem – auf der Eröffnungsseite fehlt der Docht.

Auch geführt als: Yorikiri, Opening Marubozu

Auf einer konstruierten Reihe

100110120Belt HoldEröffnung auf dem Tief, kein unterer Docht — nach einem Abverkauf
Belt Hold, von der Bedingung auf dieser Reihe erkannt.

Datensatz: Abwärtslauf 124 → 100, Anteile 0,75 / 0,25 / 0,00chartkit v0.2.0+a6ae0acVom Detektor bestätigt: bullish_belt_hold

Geometrie
körperanteil ≥ 0,60 (belt_hold_körper_min) und dochtanteil auf der Eröffnungsseite ≤ 0,03 (belt_hold_eröffnungsdocht_max) – bullisch unten, bärisch oben
Setzt voraus
Zwingend, und er entscheidet den Namen: Dieselbe Geometrie heißt nur nach einer gegenläufigen Bewegung Belt Hold. Eine bullische Kerze, die im Anstieg auf ihrem Tief eröffnet, ist eine Fortsetzungsbar.
Vollständig ab
Mit dem Schluss der Kerze.
Bestätigt durch
Eine Folgekerze, die über dem Schluss der Belt-Hold-Kerze schließt (bullisch) beziehungsweise darunter (bärisch).
Scheitert an
Ein Schluss jenseits des Eröffnungsextrems – also unter dem Tief der bullischen beziehungsweise über dem Hoch der bärischen Kerze.
Zeitrahmen
Die klassische Definition stammt aus Märkten mit klarer Sitzungsgrenze und meint die Tageseröffnung. Bei durchgehendem Handel entsteht dieselbe Geometrie auf jedem Zeitrahmen, dann ohne den Eröffnungsbezug, der sie ursprünglich begründet hat.
Typische Fehldeutung
Die Formation wird mit dem Marubozu gleichgesetzt. Beim Marubozu fehlen beide Dochte, beim Belt Hold nur der auf der Eröffnungsseite – der Schluss darf einen Docht hinterlassen, und genau dieser Unterschied trennt „hat auf dem Extrem eröffnet" von „war über die ganze Periode entschieden".
Trägt zusammen mit
  • Ein Niveau, an dem die vorherige Bewegung stehen bleibt
  • Eröffnung mit Kurslücke entgegen der bisherigen Richtung
  • Überdurchschnittliche Spanne relativ zur ATR

Im Rechenkern

candle_story · src/indicator/candle_story.rs · v0.1.2

Ein Belt Hold ist eine Formation der Candlestick-Chartanalyse, die aus einer einzelnen Kerze mit großem Körper besteht, deren Eröffnungskurs mit dem Extremwert der Handelsspanne zusammenfällt. Beim bullischen Belt Hold liegt die Eröffnung auf dem Tief, der Schluss deutlich darüber; beim bärischen Belt Hold liegt die Eröffnung auf dem Hoch. Nach klassischer Definition setzt die Einstufung eine gegenläufige vorausgegangene Bewegung voraus – die bullische Variante einen Abwärtstrend, die bärische einen Aufwärtstrend.

Der japanische Name yorikiri stammt aus dem Sumō und bezeichnet dort den Griff am Gürtel des Gegners, mit dem dieser aus dem Ring gedrängt wird. In die westliche Literatur gelangte die Formation über Steve Nisons Darstellung der japanischen Chartanalyse (1991), die zugleich Marubozu, Doji und die Sternformationen einführte.

Geometrisch ist der Belt Hold eine einseitige Einschränkung: Nur der Docht auf der Eröffnungsseite muss entfallen, während der Schluss einen Docht hinterlassen darf. Der Marubozu verlangt beide Seiten dochtlos und ist damit die strengere Bedingung; ein Marubozu erfüllt die Belt-Hold-Bedingung stets mit, umgekehrt gilt das nicht. Aus dieser Teilmengenbeziehung stammt auch die alternative Bezeichnung Opening Marubozu.

Die Schwellen sind Definitionskonventionen und keine Markteigenschaften. Der Mindestkörperanteil von 0,60 liegt bewusst unter dem des Marubozu (0,82) – bei gleicher Schwelle wäre der Belt Hold eine Teilmenge des Marubozu ohne eigenen Aussagegehalt. Der zulässige Eröffnungsdocht von 0,03 der Spanne ist eine Toleranz gegen Rundungs- und Tickeffekte, keine inhaltliche Lockerung.

Die überlieferte Definition verlangt zusätzlich eine Eröffnung mit Kurslücke in Richtung der bisherigen Bewegung: Der Kurs springt zunächst weiter in Trendrichtung und läuft dann für den Rest der Periode dagegen. Diese Bedingung ist an eine Sitzungsgrenze gebunden und in der Geometrie der Einzelkerze nicht enthalten; sie wird deshalb hier als Kontextbedingung geführt und nicht als Teil der Formkriterien.