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Einzelkerzebullisch

Piercing Line

Eine bullische Kerze, die unterhalb des vorherigen Tiefs eröffnet und über der Mitte des vorherigen Körpers schließt.

Auch geführt als: Piercing Pattern

Ohne Abbildung. Ohne Detektor gibt es nichts, was die gezeigte Form bestätigen könnte.

Geometrie
Bar[−1] bärisch, open < low[−1], close > (open[−1] + close[−1]) / 2 und close < open[−1].
Setzt voraus
Eine Abwärtsbewegung.
Vollständig ab
Mit dem Schluss der zweiten Kerze.
Bestätigt durch
Ein Schluss über dem Hoch der Piercing Line.
Scheitert an
Ein Schluss unter ihrem Tief.
Zeitrahmen
Tageskerzen und höher.
Typische Fehldeutung
Die Eröffnung unter dem vorherigen Tief setzt eine Kurslücke voraus. Bei durchgehendem Handel entsteht sie kaum, und was dann als Piercing Line erkannt wird, ist eine abgeschwächte Fassung ohne die Bedingung, die die Formation ausmacht.
Trägt zusammen mit
  • Ein Niveau, an dem die vorherige Bewegung ankommt
  • Ein bestätigter Swing-Punkt

Im Rechenkern

Kein Detektor. Die klassische Fassung setzt Kurslücken oder eine Sitzungsstruktur voraus, die der Rechenkern nicht unterstellt. Eine Fassung ohne diese Voraussetzung wäre eine andere Formation unter demselben Namen.

Eine Piercing Line (durchstechende Linie) ist eine zweigliedrige bullische Trendumkehrformation am Ende eines Abwärtstrends. Auf eine lange bärische Kerze folgt eine bullische Kerze, die unterhalb des vorherigen Tiefs eröffnet und oberhalb der Mitte des vorangegangenen Kerzenkörpers schließt.

Die Formation veranschaulicht das Gap-Problem der klassischen Candlestick-Analyse: Ihre historische Definition setzt eine echte Eröffnungslücke (Gap) voraus. Diese Bedingung entstand an Aktienmärkten mit täglichen Sitzungspausen. In kontinuierlich gehandelten Märkten (Devisen, Kryptowährungen, Terminkontrakte) eröffnet jede Bar unmittelbar auf Höhe des vorherigen Schlusskurses, sodass die ursprüngliche Bedingung systembedingt fast nie eintritt.

Eine Übertragung der Formation auf solche Märkte arbeitet daher mit einer abgeschwächten Fassung ohne Eröffnungslücke. Für eine methodisch saubere und reproduzierbare Analyse muss diese Modifikation der Ausgangsdefinition explizit benannt werden.