Eine Diagonale ist eine fünfteilige Bewegung, deren Wellen zwischen zwei zusammenlaufenden oder auseinanderlaufenden Begrenzungen verlaufen. Sie ist die einzige Impulsform der Wellenlehre, in der die dritte der drei Regeln gelockert ist.
Die gelockerte dritte Regel
Für einen gewöhnlichen Impuls gilt: Welle 4 darf das Kursgebiet von Welle 1 nicht berühren. Genau diese Bedingung entfällt bei der Diagonalen – und sie ist damit das einzige Merkmal, das eine Diagonale auf Regelebene von einem Impuls unterscheidet.
Die Rechnung
gegeben sechs abwechselnde pivots 0, 1, 2, 3, 4, 5:
regel 1: |2 − 1| < |1 − 0| # welle 2 nimmt welle 1 nicht ganz zurück
regel 2: |3 − 2| ≥ min(|1 − 0|, |5 − 4|) # welle 3 ist nie die kürzeste
regel 3: gilt für die diagonale NICHT # welle 4 darf in welle 1 hineinreichen
zusatz: überlappung wird nicht verworfen, sondern gemeldetkestrel-chartkit · src/indicator/elliott.rsv0.2.0
Die Überlappung wird nicht stillschweigend geduldet, sondern als eigene Angabe geführt. Das ist der Unterschied zwischen „die Regel gilt hier nicht” und „die Regel wurde nicht geprüft”: Eine Zählung, die eine Diagonale behauptet, muss die Überlappung zeigen können, sonst hat sie einen gewöhnlichen Impuls vor sich und den falschen Namen dafür.
Ausgeführt
Datensatz: Pivotliste 100 · 130 · 112 · 136 · 120 · 138 — jedes Bein kürzer als das vorigechartkit v0.2.0+a6ae0acVom Detektor bestätigt: elliott_ending_diagonal (Toleranz 0)
Leading und Ending
Die Lehre unterscheidet zwei Stellungen, an denen eine Diagonale auftritt:
| Stellung | Was ihr zugeschrieben wird | |
|---|---|---|
| Leading Diagonal | Welle 1 eines Impulses oder Welle A einer Korrektur | der Beginn einer Bewegung |
| Ending Diagonal | Welle 5 eines Impulses oder Welle C einer Korrektur | das Ende einer Bewegung |
Beide haben dieselbe prüfbare Bedingung. Was sie unterscheidet, ist ausschließlich ihre Lage in der übergeordneten Zählung – und die steht nicht in den sechs Punkten, aus denen die Figur besteht. Die Formalisierung nimmt die Stellung deshalb als Angabe entgegen, statt sie zu ermitteln: Sie ist eine Behauptung des Zählenden, keine Eigenschaft der Bewegung.
Dieselbe Form wie ein Keil
Geometrisch ist eine Diagonale ein steigender oder fallender Keil – dieselben zwei Begrenzungen, dieselbe Konvergenz oder Divergenz. Der Musterkatalog führt diese Form ohne jede Aussage über ihre Binnenstruktur.
Die Diagonale stellt eine zusätzliche Bedingung: Der Keil muss aus fünf Wellen bestehen, die den beiden verbliebenen Regeln genügen. Damit ist sie der engere Fall – jede Diagonale ist ein Keil, nicht jeder Keil ist eine Diagonale.
Praktisch heißt das: Die Keilform allein lässt sich an den Pivots ablesen, die Wellenbedingung verlangt eine Zählung. Wer beide gleichsetzt, hat die Zählung übersprungen und nennt das Ergebnis trotzdem nach ihr.