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Diagonalen

Aufbau und Verhältnisbedingungen von Leading und Ending Diagonals in der Elliott-Lehre.

VertiefungKapitel 25 von 43

In diesem Kapitel: Erklärung · Rechenweg · Berechnetes Beispiel

Setzt voraus: Die Regeln als prüfbare Bedingungen

Eine Diagonale ist eine fünfteilige Bewegung, deren Wellen zwischen zwei zusammenlaufenden oder auseinanderlaufenden Begrenzungen verlaufen. Sie ist die einzige Impulsform der Wellenlehre, in der die dritte der drei Regeln gelockert ist.

Die gelockerte dritte Regel

Für einen gewöhnlichen Impuls gilt: Welle 4 darf das Kursgebiet von Welle 1 nicht berühren. Genau diese Bedingung entfällt bei der Diagonalen – und sie ist damit das einzige Merkmal, das eine Diagonale auf Regelebene von einem Impuls unterscheidet.

Die Rechnung

gegeben sechs abwechselnde pivots 0, 1, 2, 3, 4, 5:

regel 1: |2 − 1| < |1 − 0|                    # welle 2 nimmt welle 1 nicht ganz zurück
regel 2: |3 − 2| ≥ min(|1 − 0|, |5 − 4|)      # welle 3 ist nie die kürzeste
regel 3: gilt für die diagonale NICHT         # welle 4 darf in welle 1 hineinreichen

zusatz:  überlappung wird nicht verworfen, sondern gemeldet

kestrel-chartkit · src/indicator/elliott.rsv0.2.0

Die Überlappung wird nicht stillschweigend geduldet, sondern als eigene Angabe geführt. Das ist der Unterschied zwischen „die Regel gilt hier nicht” und „die Regel wurde nicht geprüft”: Eine Zählung, die eine Diagonale behauptet, muss die Überlappung zeigen können, sonst hat sie einen gewöhnlichen Impuls vor sich und den falschen Namen dafür.

Ausgeführt

100110120130140012345
Fünf Wellen mit von Bein zu Bein kürzeren Ausschlägen. Welle 4 fällt bis 120 zurück und reicht damit in das Gebiet, das Welle 1 zwischen 100 und 130 durchlaufen hat.

Datensatz: Pivotliste 100 · 130 · 112 · 136 · 120 · 138 — jedes Bein kürzer als das vorigechartkit v0.2.0+a6ae0acVom Detektor bestätigt: elliott_ending_diagonal (Toleranz 0)

Leading und Ending

Die Lehre unterscheidet zwei Stellungen, an denen eine Diagonale auftritt:

StellungWas ihr zugeschrieben wird
Leading DiagonalWelle 1 eines Impulses oder Welle A einer Korrekturder Beginn einer Bewegung
Ending DiagonalWelle 5 eines Impulses oder Welle C einer Korrekturdas Ende einer Bewegung

Beide haben dieselbe prüfbare Bedingung. Was sie unterscheidet, ist ausschließlich ihre Lage in der übergeordneten Zählung – und die steht nicht in den sechs Punkten, aus denen die Figur besteht. Die Formalisierung nimmt die Stellung deshalb als Angabe entgegen, statt sie zu ermitteln: Sie ist eine Behauptung des Zählenden, keine Eigenschaft der Bewegung.

Dieselbe Form wie ein Keil

Geometrisch ist eine Diagonale ein steigender oder fallender Keil – dieselben zwei Begrenzungen, dieselbe Konvergenz oder Divergenz. Der Musterkatalog führt diese Form ohne jede Aussage über ihre Binnenstruktur.

Die Diagonale stellt eine zusätzliche Bedingung: Der Keil muss aus fünf Wellen bestehen, die den beiden verbliebenen Regeln genügen. Damit ist sie der engere Fall – jede Diagonale ist ein Keil, nicht jeder Keil ist eine Diagonale.

Praktisch heißt das: Die Keilform allein lässt sich an den Pivots ablesen, die Wellenbedingung verlangt eine Zählung. Wer beide gleichsetzt, hat die Zählung übersprungen und nennt das Ergebnis trotzdem nach ihr.