Die Location einer Formation ist das Kursniveau, an dem sie entsteht – ein Bezugspunkt, der vor der Formation bereits feststand. Die beiden vorigen Kapitel haben geklärt, wie man eine Kerze misst und wann sie fertig ist; damit ist die Form prüfbar, und die Form ist der kleinere Teil.
Die Kerze ist der Auslöser
Ein Hammer irgendwo im Verlauf ist eine Bar mit langem unterem Docht. Ein Hammer am unteren Rand einer Spanne, nach einem Test dieses Rands, ist eine Beobachtung mit Bezug.
Der Unterschied liegt nicht in der Bar. Er liegt darin, dass im zweiten Fall etwas da ist, worauf sich die Bar bezieht.
Genau so verwendet Wyckoff Kerzen: Nicht die Form der Bar begründet die Aussage, sondern ihre Stellung im Verlauf und der Umsatz dabei (siehe Die Phasen A bis E).
Und es gilt die Vergleichsfrage aus Muster sind Pivot-Folgen: In einer Zufallsreihe treten alle Ein- und Zwei-Bar-Formationen auf, und zwar häufig. Eine Formation ohne Location ist deshalb kaum mehr als eine Beschreibung der letzten Bar.
Ausgeführt
Datensatz: Abwärtslauf 124 → 100, dann Anteile 0,20 / 0,08 / 0,72chartkit v0.2.0+a6ae0acVom Detektor bestätigt: hammer
Bedingung, Voraussetzung und Invalidierung stehen im KatalogeintragHammer.
Ausgeführt
Datensatz: Aufwärtslauf 100 → 124, dieselben Anteile 0,20 / 0,08 / 0,72chartkit v0.2.0+a6ae0acVom Detektor bestätigt: hanging_man
Bedingung, Voraussetzung und Invalidierung stehen im KatalogeintragHanging Man.
Die beiden Kerzen sind dieselbe konstruierte Form, einmal an ein fallendes und einmal an ein
steigendes Ende gehängt. Kein Pixel daran unterscheidet sich. Was sich unterscheidet, ist der Name,
den candle_story vergibt, und der kommt aus dem gemessenen Vortrend, nicht aus der Bar.
Woran sich eine Kerze beziehen kann
Die Bezugspunkte stammen aus den vorangegangenen Strängen. Die Liste ist deshalb kein neuer Stoff, sondern eine Zusammenstellung:
| Herkunft | Bezugspunkte |
|---|---|
| Vorperiode | Vortageshoch, -tief, -schluss; Vorwochenhoch und -tief |
| Eröffnung | Tages-, Wochen-, Monatseröffnung; Opening Range |
| Struktur | Swing-Hochs und -Tiefs, gebrochene Niveaus, Ranges |
| Volumen | POC, Value Area, Bereiche hohen und niedrigen Umsatzes |
| VWAP | VWAP und verankerter VWAP |
| Mittelwert | gleitende Durchschnitte, Bandgrenzen |
| Konvention | Pivot-Punkte mit R1–R3 und S1–S3, runde Zahlen, Gaps |
Ein Bezugspunkt ist umso brauchbarer, je weniger Ermessen in ihm steckt. Das Vortagestief ist eine Zahl; eine „Zone“ ist eine Entscheidung.
Der Zeitrahmen ändert die Informationsdichte
Eine Fünfminutenkerze und eine Tageskerze haben dieselbe Geometrie und aggregieren verschieden viel Marktgeschehen. Beide sind gleich gültig; sie unterscheiden sich in der Dichte.
Daraus folgt eine Arbeitsteilung statt einer Wiederholung: Der höhere Rahmen liefert den Kontext, der mittlere die Struktur, der kleinere die Bestätigung. Auf jedem Rahmen dieselben Formationen zu suchen, vervielfacht die Treffer, nicht die Information – dasselbe Argument wie in Quellen zählen, nicht Indikatoren.
Und: Eine Kerze enthält die kleineren Zeitrahmen. Derselbe Stunden-Hammer kann aus einer langen Bodenbildung entstanden sein oder aus einer einzelnen Nachrichtenkerze. Die Stundenbar zeigt beides gleich. Siehe Mehrere Zeitrahmen.
Wann eine Kerze wenig aussagt
Diese Liste ist didaktisch mindestens so wertvoll wie die Formationen selbst. Jeder Punkt ist ein Grund, eine erkannte Formation abzuwerten:
- Die Bar ist nicht geschlossen.
- Es gibt keine vorherige Bewegung, auf die sich eine Umkehr beziehen könnte.
- Sie liegt mitten in einer Spanne, nicht an ihrem Rand.
- Es gibt kein Niveau in der Nähe.
- Die Spanne ist sehr klein –
spanne_relativdeutlich unter eins. - Das Instrument ist illiquide: Der Docht kann eine Spread-Ausweitung sein und keine Bewegung.
- Es ist eine Nachrichtenkerze oder ein Sitzungswechsel.
- Die Definition passt nur ungefähr – siehe die Toleranzfrage.
- Der höhere Zeitrahmen spricht dagegen.
Keiner dieser Punkte macht eine Formation ungültig. Sie machen sie schwächer, und das ist eine Auskunft, die in einem Namen nicht steckt.
Vier Stufen statt einer Note
Die Zusammenfassung des ganzen Teilpfads. Eine Formation erfüllt vier Bedingungen, oder eben nicht:
- Geometrie – die Bar entspricht der Bedingung, mit genannten Schwellen.
- Kontext – die vorherige Bewegung passt zu dem, was die Formation voraussetzt.
- Location – sie entsteht an einem Bezugspunkt, der vorher feststand.
- Bestätigung – was danach kommen muss, ist eingetreten.
Methodisch sinnvoll sind vier getrennte Kriterien statt eines verdichteten Gesamt-Scores: Eine Aggregation zu einem einzigen Zahlenwert suggeriert eine Signalstärke oder Eintrittswahrscheinlichkeit, die mathematisch nicht fundiert ist (siehe Konfluenz und Scoring). Vier diskrete Kriterien sind informativer als eine synthetische Gesamtnote, da unmittelbar ersichtlich bleibt, welches Teilerfordernis unerfüllt ist.
Der Formationskatalog führt Stufe 2 bis 4 als eigene Felder je Eintrag: Vortrend, vollständig ab, bestätigt durch.